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Wann eignen sich Forward-Darlehen?

Die Zinslandschaft für Geldanlagen und Kredite ist in ständiger Bewegung. Speziell für langfristig angelegte Finanzierungen ergeben sich enorme Zinssummen bei der Endabrechnung. Daher sind Darlehensnehmer langfristiger Kredite sehr an günstigen Konditionen interessiert. Immobiliendarlehen werden oft mit jahrelangen Zinsfestschreibungen vereinbart. Um günstige aktuelle Konditionen zu sichern, eignen sich manchmal Forward-Darlehen.

Ist eine Immobilienfinanzierung mit einem festen Zinssatz vereinbart, werden am Ende der Laufzeit eine neue Zinshöhe und eine neue Laufzeit verhandelt. Der Darlehensnehmer kann auf ein günstiges Zinsniveau zu diesem Zeitpunkt hoffen. Das birgt in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten jedoch Risiken. Inflation und schlechte Prognosen für die Wirtschaft könnten zu höheren Zinsen führen. Aktuell günstige Zinsen kann man daher bereits bis zu 60 Monate vor Laufzeitende der Darlehensphase vereinbaren. Mit dem Finanzinstitut wird das Anschlussdarlehen bereits weit vorher vereinbart. Es refinanziert die Summe sofort im aktuell günstigen Geldmarkt und parkt die Darlehenssumme bis zum Auszahlungszeitpunkt. Für diese Leistung bezahlt der Kreditkunde einen monatlichen Betrag. Je nach Darlehensgeber und Dauer dieser Forward-Finanzierung liegt das zwischen 0,1% und 0,75% des Darlehensbetrages. Der Darlehensnehmer kann sich auf diese Weise vor bösen Überraschungen durch krisengetriebene Zinsentwicklungen absichern. Für die Zukunft erhält er frühzeitig planbare Werte seiner monatlichen Verpflichtungen.

Je länger im Voraus ein Forward-Darlehen abgeschlossen wird, desto mehr Risiken und Kosten birgt es. Auch Fachleute wagen keine genauen Vorhersagen der Zinsentwicklung in 5 Jahren. Der Darlehensnehmer ist zur Abnahme des Darlehens verpflichtet. Wird die Abnahme verweigert, werden Strafzahlungen fällig. Bei günstiger Zinsentwicklung hat er eventuell die Vorhaltezeit teuer bezahlt und hätte die gewünschten Konditionen ohnehin am Markt erhalten. In ganz ungünstigen Fällen bezahlt er sogar einen höheren Zinssatz. Bei kürzerer Vorhaltezeit des Anschlussdarlehens ist dieses Risiko deutlich überschaubarer und die monatlichen Kosten sind geringer.

Die Vorlaufzeit von wenigen Monaten bis maximal 2 Jahren ist halbwegs seriös prognostizierbar. So eignen sich Forward-Darlehen besonders bei kurzfristig auftretenden günstigen Zinsen in der Endphase einer bestehenden Finanzierung. Die historisch niedrigen Zinsen für Immobilienfinanzierungen hatten über mehrere Jahre Bestand. Durch die Schuldenkrisen und die schwer abschätzbare wirtschaftliche Entwicklung rechnen Fachleute mit steigenden Zinsen im mittel- und langfristigen Bereich. Mit einem Forward-Darlehen kann diese Entwicklung abgemildert werden.

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